Bauanleitung Auto-Hunde-Box + Auto-Doppel-Box
Hier gibt's die ultimativen Bauanleitungen für den Eigenbau von Autohundeboxen. Angepasst für den Kofferraum eines Opel Astra Kombi!
Wie baue ich eine Einzel-Hundebox?
Wir fahren einen Opel Astra Kombi mit eingebauter Laderaumwanne und Trenngitter hinter der Rückbank (Original Opel Zubehör).
Nachdem wir allerdings sehr viel mit dem Auto unterwegs sind und auch des öfteren mit 4 oder 5 Personen und Hund fahren, standen wir vor jeder Fahrt vor dem Problem, wo wir denn das Gepäck hinräumen könnten. Unser Hund war nämlich immer im Kofferraum und hatte den gesamten Platz für sich allein. Also musste das Gepäck immer auf der Rückbank, soweit denn der Platz ausreichte, transportiert werden, was allerdings sicherheitstechnisch nicht gerade optimal ist. Gepäckstücke, die bei Unfällen auf der Autobahn durchs vordere Fenster knallen, sind ja leider keine Besonderheit. Also musste eine bessere Lösung her.
Lösung 1 war, den Hund mit auf den Rücksitz zu nehmen. D.h. Decken ausbreiten, Hunde-Geschirr anlegen, Sicherheitsgurt anschließen und fahren. Dann den Hund immer mal wieder von seinem verdrehten Gurt befreien und nach der Fahrt das Auto reinigen....
Nicht besonders praktisch!
Als nächste Lösung fiel uns eine Flug-Box ein. Wäre ja eigentlich ganz praktisch, hat allerdings den Nachteil, dass sie nicht besonders Luft-zirkulierend ist. Im Sommer also doch sehr heiß für den Hund. Außerdem bietet die Flugbox doch relativ wenig Platz im Vergleich zur bisherigen Kofferraumgröße.
Die dritte Möglichkeit war die praktischste von allen:
Von einem deutschen Hersteller werden sog. Heck-Gitter-Türen maßgenau für das eigene Auto angefertigt. Dazu gibt es Trenngitter hinter der Rückbank und zusätzliche Raumteiler. So hat der Hund die Hälfte des Kofferraums, samt Ausbuchtungen der Reifenkästen. Die andere Seite könnte für Gepäck genutzt werden.
Allerdings hatte diese geniale Lösung auch zwei Nachteile:
Erstens hätten wir sowohl die Laderaumwanne als auch das bisherige Trenngitter entfernen müssen. Zweitens kommt das Gittersystem als Maßanfertigung relativ teuer.
So blieb uns nichts anderes übrig als nach einer weiteren Alternative zu suchen.
Wir durchforsteten alle möglichen Kataloge, Internetseiten, Internetforen usw. bis wir schließlich zu dem Ergebnis kamen, dass die geeignetste Lösung wohl eine Hundebox fürs Auto wäre. Allerdings waren uns die Standardausführungen meistens zu klein oder zu groß, die Spezialanfertigungen aber viel zu teuer.
So entschlossen wir uns diese Auto-Hundebox selbst zu bauen. Sie sollte folgende Eigenschaften haben:
- dem Hund viel Platz bieten, auch den Raum über dem Radkasten
- gut belüftet sein, d.h. Gitter o.ä. haben
- aus stabilem Material bestehen und stabil gebaut sein
- einen hinten zu öffnenden Ein-/Ausstieg mit seitlich aufklappbarer Tür haben
- und -ganz wichtig- einen Notausstieg haben
Der Notausstieg ist uns sehr wichtig, da im Falle eines Unfalles, evtl. die Rückklappe unseres Kombis nicht mehr geöffnet werden könnte. Unser Hund hat dann die Möglichkeit entweder durch die Ski-Klappe nach vorne zu krabbeln oder bei teilweise umgeklappter Rückenlehne nach vorne zu krabbeln. Sie lesen richtig: Unser Hund kann durch die Ski-Klappe nach vorne klettern. Wir konnten es auch nicht glauben, aber es geht sogar ziemlich gut!
Mein Traum war es zu Beginn, die gesamte Box aus Metall zu arbeiten. Allerdings zeigte sich schnell, dass dies einige Schwierigkeiten mit sich bringt:
- Metall ist relativ teuer (v.a. Alu-Stäbe usw.)
- Metall ist schwierig zu verarbeiten
- eine wasserdichte Wanne kann kaum aus Metall selbstgemacht werden. Selbst gute Schweiß-Nähte sind nicht immer wasserdicht!
So haben wir uns dazu entschlossen die Box aus Holz zu bauen.
Die Materialien haben wir in mehreren Baumärkten und einem Metall-Fachhandel gekauft. Die Arbeitsgeräte: Kreissäge, Stichsäge, Oberfräse, Bohrmaschine, Akkuschrauber, Aufsatz zum Versenken der Schraubköpfe, Bolzenschneider, Trennschleifer (Flex), sowie alle anderen Zusätze: Schleifpapier, Schrauben, Wasserwaage, Lineal, Bleistifte, Schneidlehre, Säge, Pinsel usw. hatten wir in unserer eigenen Werkstatt.
Zu Beginn haben wir den Kofferraum nach unseren Vorstellungen ausgemessen und im Baumarkt Siebdruckplatten (15-18 mm Stärke) in den richtigen Größen herschneiden lassen.
Siebdruckplatten haben den Vorteil, dass sie sehr stabil sind, zudem beschichtete Oberflächen haben und damit so gut wie wasserdicht sind. Um auch die Schnittkanten abzudichten, wurden sie mit wasserfesten Holzleim bestrichen.
Den Zuschnitt aus dem Baumarkt haben wir zu Hause noch verfeinert indem wir den gesamten Kofferraum mit Kartons ausgelegt und dann als Vorlagen zum Schneiden der Platten benützt haben. Achten Sie darauf, dass die Box im fertigen Zustand problemlos ein- und ausgebaut werden kann. Dabei ist v.a. die Höhe von der Ladekante bis zur Autodecke entscheidend. Vergessen Sie nicht, dass die Platten einen dickeren Durchmesser haben als die Kartonvorlagen!
1. Bodenplatte
Die Bodenplatte musste dem Boden der Laderaumwanne angepasst werden. Die Wanne hat an allen vier Ecken kleine Erhebungen, die an der Platte angepasst werden mussten. Da die Platte genau auf einer dieser Erhebungen aufliegt, haben wir die Platte an der Unterseite an dieser Stelle ausgefräst. Als Innenseite der Box haben wir die glatte Seite der Platten genommen, da man diese gut auswischen kann uns sie stabiler wirkte.
2. Seitenteile
Dann wurden die Seitenteile gebaut. Beide Seitenteile sind aus der Siebdruckplatte gefertigt. Wir haben uns aus Gründen der Stabilität dafür entschieden den Rahmen und die mittlere Holzleiste in einem Stück zu belassen und nur Fenster auszuschneiden. die Grundform wurde entsprechend der zuvor erstellten Karton-Vorlage mit der Kreissäge zugeschnitten, die Fenster mit der Stichsäge ausgeschnitten. Um die Kanten zu versäubern haben wir Schleifscheiben auf den Trennschleifer montiert und so die gesamten Schnittkanten schnell sauber und gerade geschliffen. Die Feinarbeit wurde dann per Hand mit normalen Schleifpapier erledigt.
Die linke Seite war damit schon fertig, rechts musste nun das Gitter eingesetzt werden.
3. Gitter im rechten Seitenteil
Das verzinkte Drahtgitter haben wir in einem größeren Stück gekauft und erst daheim genau für unsere Größe mit einem Bolzenschneider zurechtgeschnitten. Die Enden haben wir mit dem Zinkspray erneut verzinkt um sie gegen Rost zu schützen. Dann haben wir das Gitter auf die Außenwand der Seitenplatte aufgelegt und das Gitter auf die Platte aufgezeichnet. (Außenseite deswegen, weil kleine schwere Gepäckstücke eher von außen nach innen fallen könnten, als der doch relativ große Hund.) Anschließend haben wir das Holz an genau diesen markierten Stellen mit der Oberfräse ausgefräst. Frästiefe war dabei etwa 8 mm. Anschließend konnte das Gitter - mit etwas Nachbessern- in genau diese gefrästen Lücken eingesetzt werden und hat damit mit der Oberfläche der Platte abgeschlossen. Um die Schnittkanten zu verdecken, haben wir mit Tapetenleisten aus Kiefer kleine Fensterrahmen gebastelt (im Winkel zugeschnitten, damit auch wirklich ein schöner Rahmen entsteht!) und diese mehrfach mit Schrauben befestigt.
4. Hinterer Rahmen
Der hintere Rahmen besteht nur aus einer halben Platte, da ja oben sowieso das bereits eingebaute Trenngitter ist. Der untere Rahmen wurde genau angepasst, unten abgeschrägt, damit die Platte auch exakt abschließt und dann wieder mit der Stichsäge bearbeitet. Wir haben 2 kleinere Fenster eingebaut, damit der Hund sowohl durch das rechte Fenster (Skiklappe) als auch durch das linke Fenster (Rückbank) im Notfall fliehen könnte.
5. Einstiegsrahmen
Der Einstieg besteht aus zwei Teilen:
- der äußere Rahmen
- die Tür
Der Rahmen wurde wie bereits bei den anderen Wänden mit der Stichsäge ausgesägt und dann mit dem Trennschleifer versäubert.
Die noch übrige Platte wurde mit der Kreissäge an allen Seiten um 1 cm verkürzt bevor dann hier wieder mit der Stichsäge ein Rahmen ausgeschnitten wurde. Dazu mehr unter Punkt 7.
6. Zusammenbau
Alle Seitenteile haben wir nun auf die Bodenplatte gesetzt und fest miteinander verbunden.
Dazu haben wir mit der Bohrmaschine mit einem 3-er Holzbohrer vorgebohrt und mit einem Spezialaufsatz kleine Vertiefungen für die Köpfe der Schrauben gefertigt. Dann haben wir alle Platten zusammengesetzt und verschraubt. Es hat sich hierbei gezeigt, dass es nicht nötig war, obwohl die Siebdruckplatten relativ schwer sind, Winkel einzubauen. Das Verschrauben allein hat genügt und ist extrem stabil.
Die Hundebox wurde nun unserem Hund zum eingewöhnen für die Nacht als Schlafplatz überlassen. Er war mit seinem Kissen darin sehr glücklich und hat die Box ohne Probleme angenommen.
7. Einstieg - Tür
Die Tür haben wir wie die rechte Seitenwand gebaut. Also Rahmen aussägen, Gitter aufsetzen, aufzeichnen, ausfräsen, Gitter einsetzen und mit Leisten fixieren.
Die mittleren Leisten wurden exakt auf die Größe des Schlosses zugeschnitten. Dann wurde das Schloss aufmontiert und die Tür mit 3 Scharnieren an dem äußeren Rahmen befestigt.
Am Schloss wurde ein Flachverbinder als Gegenstück angebracht, damit die Tür nicht nach innen auffallen kann.
8. Stabilisationsleiste
Damit die Box möglichst viel Platz bietet, haben wir darauf verzichtet einen waagerechten Deckel zu montieren. aus Gründen der Stabilität haben wir dann allerdings doch eine etwa 10 cm breite Leiste an der Oberkante hinten vorm Abtrenngitter waagerecht eingebaut. Unser Hund hat dann nach Einbau der Box diese kleine Platte als „Kopfablage“ genützt und war damit sehr zufrieden. Was allerdings passieren könnte, wenn wir genau in diesem Moment stark bremsen müssten, hat uns dann schnell dazu bewegt diese Platte noch einmal zu entfernen und einfach senkrecht auf der hinteren Wand (direkt vor das Abtrenngitter) einzubauen. Damit haben wir nicht wesentlich mehr Beeinträchtigung der Sicht nach hinten.
9. Abschlussarbeiten
Alle versteckten Schnittkanten wurden wie bereits oben beschrieben mit Leim bestrichen. Alle offenen Schnittkanten haben wir mit schwarzem Lack auf Wasserbasis und die Tapetenleisten mit Klarlack bestrichen.
Unter die Box haben wir eine Anti-Rutschmatte gelegt. Für besseren Halt, wischen sie einfach die Plastikunterlage kurz feucht aus und legen dann sofort die Anti-Rutsch-Matte auf.
Die Box steht zwar ziemlich stabil im Kofferraum, wurde aber trotzdem noch mal an drei Stellen mit Gurtband fixiert.
Um dem Hund optimalen Halt zu bieten, haben wir innen nochmals eine Anti-Rutsch-Matte eingebracht und von der Firma Bromet in Günzburg eine Waffelliegematte zuschneiden lassen und diese auf die Anti-Rutsch-Matte gelegt.
Im Platz über dem Radkasten konnte nun sogar noch ein Wassernapf untergebracht werden.
Ach ja, wer sich eine Hundebox selbst bauen möchte, muss auf jeden Fall viel Zeit und Geduld mitbringen. Außerdem natürlich handwerkliches Geschick!
Dafür hat man dann aber auch eine maßgefertigte Box, die doch im Preis günstiger ausfällt als die meisten gekauften Auto-Boxen.
Die Box ist nicht sehr schwer (etwa 20 - 25 kg) und kann von zwei Leuten problemlos ein- und ausgebaut werden. Für den gesamten Bau, also vom Einkauf der Waren bis zum Einbau ins Auto haben wir etwa 5 volle Tage gebraucht.
Zum Schluss möchte ich noch vier lieben Menschen danken, die an dieser Hundebox maßgeblich beteiligt waren:
- meinem Mann, der mit mir die meiste Zeit in der Sommerhitze bei 40 Grad gearbeitet hat
- meinem Vater, der zum einen alle Arbeitsgeräte in der Werkstatt hat und zum anderen ebenfalls immer mitgearbeitet hat
- meinem Schwiegervater, der maßgeblich an der Planung beteiligt war
- meiner Mutter, die uns schwer arbeitenden Hundebox-Herstellern die notwendige kulinarische Betreuung zukommen ließ.
Hundebox Preise:
Siebdruckplatten 69,08 €
Wellengitter verzinkt 19,81 €
Zinkspray 5,92 €
Leim wasserfest 4,84 €
Buntlack schwarz 7,75 €
Klarlack 7,75 €
3 Tapetenleisten 6,75 €
Flachverbinder 1,10 €
3 Scharniere 4,38 €
Riegel-Schloss 8,70 €
Sicherheitsschloss 6,52 €
PP-Flechtschnur 2,10 €
Teppichunterlage 5.09 €
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149,79 €
Die Bauanleitung für die Doppelbox ist leider noch in Vorbereitung, wird aber bald hier zu finden sein!